Stiftskirche

Hinweis

Über die Stiftskirche sind viele Bücher publiziert worden, so sei hier nur auf den kleinen, aber vorbildlich gestalteten und geschriebenen Kirchenführer verwiesen "Stiftskirche Stuttgart · Rundgang · Martin Klumpp" (2003). Ich folge seiner Systematik in der Beschreibung und übernehme den dort publizierten Grundriss mit Sach- und Standortverweisen.

Auch im Internet ist die Kirche vielfach dargestellt. Beispielsweise auf der Website zum Reformationsjahr 2017 und umfangreich auf Wikipedia.

Vorläufig verzichte ich auf eine Gesamtdarstellung, zeige zunächst nur manche Kunstwerke und die Chorfenster. Besonderes Augenmerk lege ich auf die (ehemals) "Goldene Kanzel", d.h. auf die vier Tafeln mit der Darstellung der Evangelisten (zuvor vier Kirchenväter) und z.B. den hoch bedeutsamen "Schutzmantelchristus".
Vielleicht wird die Seite später einmal zur Gesamtdarstellung erweitert - abhängig auch, ob die Stiftskirchengemeinde in absehbarer Zeit eine umfassende Darstellung im Internet realisiert.

Ein Konsolstein mit dem Schweißtuch der Veronika in der Stiftskirche Stuttgart · Informationen hierzu siehe unten

Danksagung

Bei der Erstellung dieser Seite waren mir viele Personen behilflich. Ihnen allen sei hier sehr herzlich Dank gesagt, insbesondere:

Stiftspfarrer i.R. Manfred Bittighofer
Prälat i.R. Martin Klumpp
Pfarrerin. Monika Renninger
Dr. Andreas Rothe
Architekt Ludger Schmidt

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RUNDGANG IM INNENRAUM

1 Erste Seitenkapelle
2 Elisabeth v. Thüringen
3 Zweite Seitenkapelle
4 Dritte Seitenkapelle
5 Fenster von Adolf Saile
6 Epitaph des Reformators Johannes Brenz
7 Taufkapelle, Schutzmantelchristus
8 Ehemalige Sankt Anna-Kapelle
9 Lettnerfiguren

10 Chor mit Fenstern von Kohler, Yelin, Saile

11 Stifterkapelle
12 Gewölbe - Glassegel
13 Altar - Kanzel - Gerichtsengel - Großes Kruzifix
14 Ehemalige Vergenhanskapelle, jetzt Aposteltor
15 Fenster von Johannes Schreiter
16 Holzreliefs an der Emporenbrüstung
17 Prophetenfiguren Daniel und Jeremia
18 Kapelle mit Fenstern von H.G.v. Stockhausen
19 Fenster in der Orgelstube von H.G.v. Stockhausen
20 Orgel

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RUNDGANG UM DIE KIRCHE

A Westturm
B Nordwand
C Südeingang
D Südturm
E Aposteltor
F Südwestpforte
G Blindfenster

1 Erste Seitenkapelle

Zwei Schlusssteine: Darstellung des Sündenfalls · Maria mit dem Kind

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    • Sündenfall - Ursprünglich im Gewölbe des Brauttors

    • Maria mit dem Jesuskind - Ursprünglich im Mittelschiff 1. Joch

2 Skulptur am Pfeiler

Heilige Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231) ==> Ökumenisches Heiligenlexikon · Wikipedia

3 Zweite Seitenkapelle

Heilige Ottilie (660 - 720 n.Chr.) ==> Ökumenisches Heiligenlexikon · Wikipedia
Grabstein des Chorherrn Heinrich Heller (+ 1502) mit Maria als Himmelskönigin

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    • Schlussstein Hl. Ottilie - 15. Jh., Ursprünglich im Gewölbe der Anna-Kapelle

    • Grabmal des Chorherrn Heinrich Heller

4 Dritte Seitenkapelle

Gewölbeschlussstein Katharina von Alexandria ==> Ökumenisches Heiligenlexikon · Wikipedia · Bischof Ulrich von Augsburg mit Bischofsstab und Fisch ==> Ökumenisches Heiligenlexikon · Wikipedia

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    • Schlussstein Katharina von Alexandria - 15. Jh.

    • Schlussstein Bischof Ulrich von Augsburg - 15. Jh., Ursprünglich über der Empore der Anna-Kapelle

6 Epitaph des Reformators Johannes Brenz (1499 - 1570)

Johannes Brenz, wichtigster Reformator des Landes Württemberg ==> Wikipedia

Am Ende der Diashow befindet sich auch ein Foto eines Brenz-Gemäldes, das in der Sakristei hängt. Siehe auch Reformationsdenkmal vor dem Hospitalhof

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Oberhalb des Porträts von Brenz steht übersetzt: »Das Wort des Herrn ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinen Wegen« (nach Psalm 119,105).

Unterhalb steht: »Durch Wort, Schrift, Frömmigkeit, Glauben, Lauterkeit bewahrt, ist Johannes Brenz von solchem Antlitz gewesen«. Rechts ist der Tod mit gespannter Armbrust abgebildet, links der auf erstandene Christus mit der Kreuzesfahne als der Sieger über den Tod.

Der Wortlaut der Grabinschrift selbst lautet: »D·0·M·S« (= Deo Optima Maxima Sacrum: Gott dem Besten, Höchsten geweiht).

Johannes Brenz, seiner Abstammung nach Schwabe, geboren zu Weil, der hochberühmte Gottesgelehrte, Propst zu Stuttgart, Rat der durchlauchtigsten Herzöge zu Württemberg, war einer der ersten Wiederhersteller der gereinigten Kirche. Die prophetischen und apostolischen Schriften hat er auf hohen Schulen, in Predigten, auf Reichstagen und durch gründliche Werke erläutert und verteidigt, des Bekenntnisses wegen standhaft die Verbannung erduldet, mit seinem Rat die Kirche und das gemeinsame Vaterland unterstützt, durch sein unbescholtenes Leben seinem Stand Ehre gemacht. Nachdem er in dieser seiner Laufbahn über 50 Jahre zum großen Nutzen der Kirche gearbeitet hat, ist er sanft in Christus entschlafen und unter größter Trauer aller Frommen hier begraben worden, den 11. September 1570, nachdem er sein Leben gebracht hat auf 71 Jahre, 2 Monate, 17 Tage«

Unterhalb der Grabinschrift ist das Wappen der württembergischen Familie Brenz abgebildet.

 

Diashow starten: Epitaph Johannes Brenz - Details

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Grab und Tafel in der Unterkirche

7 Taufkapelle

7.1 Johannes der Täufer

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    • Neugotische Skulptur, 19. Jh.

7.2 Schutzmantelchristus

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    • Links: Papst, Kardinäle, Geistliche

    • Rechts: Kaiser, Adlige, Bürger, Bauer

Monika Renninger · Behütet-Sein

Meine Großmutter hat als Kind mit mir gebetet: „Breit aus, die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Kücklein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein“ (EG 477,8). Als Kind habe ich die Worte nicht so richtig verstanden, nur ihren Trost begriffen. Erst später, als Erwachsene, habe ich gelernt, dass diese Worte aus einem Kirchenlied sind und einen biblischen Bezug haben. Sie zeichnen ein Bild: Küken verstecken sich unter den schützenden Flügeln der Mutterhenne und sind da ganz sicher und behütet.
Ein schöner Gedanke ist das, er zieht sich durch die gesamte biblische Tradition: Die Menschenkinder sammeln sich unter den Flügeln Gottes. Auch im Lukasevangelium kommt dieses Bild vor. Dort klagt Jesus über das Unverständnis seiner Zeitgenossen und ruft aus: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt.“ (Luk.13,14).
In der Stuttgarter Stiftskirche gibt es eine Christusfigur, die so dargestellt wird – als Schutzmantelchristus. Diese spätgotische Figur aus dem 15. Jh. ist äußerst wertvoll und selten. Christus wird als der Leidende und Auferstandene zugleich gezeigt: Er weist auf seine Wunde und zeigt auf seine Wundmale, er trägt die Dornenkrone. Die Abbildung bringt den Gedanken zum Ausdruck: Jesus ist gestorben und auferstanden um der Menschen willen, die sich unter seinen Flügeln schutzsuchend bergen: Bürger, Bauern und Adlige.

In der Stiftskirche hat der Schutzmantelchristus seinen Platz in der Taufkapelle. Die Taufe verspricht ja jedem Täufling: Gott wird dich durch dein Leben begleiten. Unter dem Schatten seiner Flügel findest du stets einen Ort, an dem du sein kannst. Du bist umhüllt und geborgen in Gottes Güte und Gnade. Der Schutzmantelchristus macht das für mich auch ohne Worte deutlich.
Dieses tröstliche Bild, das mich von Kindheit an begleitet, wärmt mich in diesen novemberlichen Tagen am Ende des Kirchenjahres: Es wärmt mich, wenn die Nachrichten über die Konflikte und Kriege in der Welt zwar nicht meine persönlich sichere Existenz in Europa bedrohen, aber meine Zuversicht klein werden lassen und meine Hoffnung zu schwach. Es hilft mir, tröstend da zu sein, wenn jetzt Freunde um den verstorbenen Vater trauern. Es beruhigt mich, wenn ich das Gefühl habe, von übermäßigen Erwartungen bedrängt und ihnen schutzlos ausgeliefert zu sein. Es macht mich mutiger, etwas zu sagen oder zu tun, wenn Hilfe nötig ist oder ein gutes Wort gebraucht wird. Denn ich weiß ja: Unter den Flügeln Gottes bin ich behütet und geborgen.

SWR2 Wort zum Tag · Sendetext von Montag, 24. November 2014

Dank an Pfrin. Monika Renninger für die Überlassung dieses Textes

Pf. i.R. Manfred Bittighofer gab mir freundlicherweise den Hinweis, dass sich In der Kirche St. Dionysius in Munderkingen auch ein Schutzmantelchristus befindet. (Leider auf der Website der Kirchgemeinde nicht erwähnt / dargestellt).

7.3 Predella des ehemaligen Altars

Gleichnis Jesu von den klugen und törichten Jungfrauen (Mt 25,1 ff)

1 Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. 2 Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3 Die törichten nahmen Öl in ihren Lampen; aber sie nahmen nicht Öl mit sich. 4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. 5 Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6 Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; geht aus ihm entgegen! 7 Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. 8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. 9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kauft für euch selbst. 10 Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. 11 Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! 12 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.

Links die 5 klugen Jungfrauen (Lampengefäße nach oben gehalten) - links begrenzt ein Engel (zerstört)
Rechts die 5 törichten Jungfrauen (Lampengefäße nach unten gehalten) - rechts begrenzt der Teufel

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7.4 Wappen & Konsolstein

Wappen Alberlin Jörgs (mit dem Sparren und drei goldenen Sternen von zwei Engeln gehalten) Bogenansatz über der Taufkapelle
Konsolstein: Schweißtuch der Veronika mit Christi Abbild

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8 Ehemalige Sankt Anna-Kapelle

An einem gotischen Bogen ein Mann mit Winzermesser

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9 Lettnerfiguren

Der Lettner, der Schiff und Chor voneinander trennt, erhält an der Brüstung einen reichen Figurenschmuck, der als Bildergeschichte, gleichsam als gotischer "Comic", den Anfang des Lebens Jesu erzählt. Die Figurengruppe entsteht ca. 1480-1500.

Die Bildgeschichte beginnt mit der Verkündigung. Maria, an einem Pult stehend erhält den Besuch des Erzengels Gabriel, der ihr verkündet, daß sie den Heiland der Welt gebären wird. Maria wird mit einem Buch dargestellt, das die Weisheit der Maria bezeugen soll. (Seit dem 10./11. Jh. ist diese Darstellung bekannt, manchmal aufgeschlagen der Text aus Jes 7, 14.) Der Engel ist mit Stab und Schriftband („Ave Maria“) dargestellt.

Es schließt sich die Heimsuchung an. Maria, die Mutter Jesu, besucht ihre Verwandte Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers. Eine kleine Figur auf ihrem Bauch kennzeichnet beide Frauen als schwanger. Bereits seit dem 6. Jh. gibt es die Darstellung der Heimsuchung, seit dem 13./14.Jh. auch als selbständiges Bild, da Bonaventura 1263 das Fest der Heimsuchung der Maria einführte.

Die Bildergeschichte wird fortgesetzt mit der Weihnachtsgeschichte: Geburt Christi. Es folgt die Anbetung (Maria, Josef, zwei anbetende Könige und das Christuskind sind von dieser Szene erhalten).

Die Beschneidung Christi (zwei Rabbiner mit Maria, Josef und dem Christuskind) schließt die Geschichte der Kindheit Jesu ab.

Es ist nicht bekannt, ob ursprünglich auf dem Lettner weitere Szenen dargestellt sind.

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Hinweis 2016:
Im Zuge der Renovierung der Stiftskirche wurden die Lettnerfiguren auf Stahlsockel aufgestellt in zwei Teilen:
an der Sakristeiwand 1 + 2
an der Turmwand 3 - 5
nachfolgend alle 5 Teile in einer Reihe, dann 1 - 5 je einzeln als Diashow.
(Andreas Keller)

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Diashow starten: Lettnerfiguren

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10 Der Chor

10.1 Konsolsteine an den Gewölberippen · Schlußsteine

Konsolsteine 1953 von Ernst Yelin. Nordwand: Jeremia & Mose · Südwand: David & Aaron · Chorhaupt: Symbole der vier Evangelisten

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10.2 Der "Betende Ritter"

Landhofmeister Hermann von Sachsenheim. Siehe auch Relief in der Hospitalkirche (==> Innen 4, u.a.:) Jörg von Sachsenheim

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10.3 Chorfenster

Der rote Grundton soll an die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs erinnern und bindet formal die drei Fenster zusammen. Beim Mittelfenster soll er zugleich an das erlösende Blut Christi erinnern. Neben der Farbigkeit bindet auch die Komposition mit ihrer einheitlichen Unterteilung in Kreise (drei in der Mitte, zwei an den Seiten) die Fenster zusammen. Sie sind ca. 14,00 m hoch, dreibahnig

Wolf Dieter Kohler: Chorfenster links - Szenen aus der Offenbarung des Johannes (1)

Beeinflußt ist die Darstellung der beiden seitlichen Chorfenster sehr stark vom Erleben des Zweiten Weltkriegs mit seinen Bombennächten und dem brennenden Stuttgart. “Die großen Schrecken dieser Welt und der letzte Sieger treten uns hier gegenüber.” (Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, 20.06.1954)

Szenen aus der Offenbarung des Johannes (Offb 4-13) von Wolf Dieter Kohler (1953-1954)

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Chorfenster links - Einzelansichten

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Rudolf Yelin: Chorfenster Mitte - Passion und Ostern

1953-1954

Das Fenster zeigt das Herzstück unseres christlichen Glaubens.” (Evang. Gemeindeblatt für Württemberg, 20.06.1954)

Entwicklung der Themenfolge vom “irdischen zum himmlischen Jerusalem”

Abendmahl (1. Kreis), Kreuzigung (2. Kreis) mit Christus am Kreuz, Maria und Johannes und den würfelnden Knechten, rechts die drei trauernden Frauen, links der Hauptmann und die Pharisäer, Auferstehung (3. Kreis) mit Christus als Sieger über den Tod, mit Fahne aus dem Grab steigend, mit den erschreckten Wächtern am Grabe, rechts die drei Frauen, denen der Engel die Auferstehung verkündet, links Christus vor Maria Magdalena (“Noli me tangere” - “Rühre mich nicht an”), im Maßwerk Darstellung des Himmlischen Jerusalem (Gesamtdarstellung über alle drei Fenster; 12 Tore (vier bei diesem Fenster in der Mitte), im obersten Sechspaß der über Stadt und Berg thronende Erlöser

Klare, fast symmetrische Ordnung der Figuren und Farben

Farben jeweils modifiziert: Abendmahl - Violett, Kreuzigung - Graublau, Auferstehung - Gelb

Unterbrechung der Kreisform durch heraustretende Figurengruppen, damit die unterschiedliche Fensterbreite im Vergleich zu den seitlichen Fenstern überspielt wird

Rudolf Yelin: Chorfenster Mitte - Passion und Ostern

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Chorfenster Mitte - Einzelansichten

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Adolf Saile: Chorfenster rechts - Szenen aus der Offenbarung des Johannes (2)

Beeinflußt ist die Darstellung der beiden seitlichen Chorfenster sehr stark vom Erleben des Zweiten Weltkriegs mit seinen Bombennächten und dem brennenden Stuttgart. “Die großen Schrecken dieser Welt und der letzte Sieger treten uns hier gegenüber.” (Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, 20.06.1954)

Szenen aus der Offenbarung des Johannes (Offb 14-22) von Adolf Saile (1953-1954)

Fenster, bei dem im Unterschied zum linken Chorfenster die Erlösung in den Blick kommt. Die beiden Pole des Fensters sind die Zerstörung Babylons unten und das Himmlische Jerusalem oben.

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Chorfenster rechts - Einzelansichten

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10.4 Bronzekreuz am Choraltar von Ulrich Henn (1960)

symbolisiert das Wort Christi "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" (Jh 15,5)

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10.5 Die "Goldene" Kanzel

Im hinteren Teil des Chorraumes findet sich die „goldene Kanzel“. 1460 wurde die im spätgotischen Stil erbaute Kanzel in die Stiftskirche eingebaut und im 19. Jahrhundert vergoldet, daher auch ihr Name. Im zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und Teile von ihr blieben für lange Zeit verschollen.
Rund um den Kanzelkorb sind Sie die vier Evangelisten am Schreibpult mit ihren Attributen abgebildet: Matthäus mit dem Menschengleichen, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit einem Adler. Heute weiß man, dass zu Zeiten der Erbauung der Kanzel noch andere Figuren den Kanzelkorb schmückten. Damals fanden sich hier noch vier Kirchenväter. Ganz links Augustinus, neben ihm Papst Georg, gefolgt von Hieronymus und als Letzter Ambrosius. Quelle: Website Reformationskirchen

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    • Fragmente der "Goldenen Kanzel"

      In der Unterkirche ausgestellt

    • Markus · Matthäus

    • Matthäus · Lukas

    • Lukas · Johannes

Um das oben Beschriebene (ursprüngliche Darstellung Kirchenväter, später umgearbeitet zu den vier Evangelisten) zu verdeutlichen, hat Dr. Andreas Rothe eine Collage erstellt, in der er den vier "Evangelisten Stuttgart" ihre vermutete frühere Kopfbedeckung = Attribut "angezogen" hat.
Vorbild dazu waren die vier Kirchenväter an der Kanzel der Michaelskirche in Waiblingen (siehe dort).

4 x 3 Einzelbilder:
Evangelist | gewandelt in Kirchenvater | Ursprung Kopfbedeckung Waiblingen Michaelskirche
Markus - Augustinus
Matthäus - Gregor (für Vergleich im Spiegelbild)
Lukas - Hieronymus
Johannes - Ambrosius

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Die obige Zuordnung wird von Ludger Schmidt (auch basierend auf der Arbeit von Karl Halbauer) in Frage gestellt -
er sieht gute Gründe, die beiden Bischöfe zu vertauschen (für Vergleich "Waiblingen" im Spiegelbild):
Markus - Ambrosius
Johannes - Augustinus

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10.6 Grabstein Ludwig Vergenhans

Kanzler und Stiftsprobst, + 1512 ==> Wikipedia - Grabmal aus rotem Marmor

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17 Prophetenfiguren unter der Orgelempore

Jeremia & Daniel (Figuren aus dem 19. Jh)

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    • Prophet Jeremia

    • Prophet Jeremia

    • Prophet Daniel

    • Prophet Daniel

Weitere Konsol- und Schlußsteine

Erläuterungen von Ludger Schmidt
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    • Maria mit Jesuskind

      Schlußstein in der Sakristei - mittelalterlich? Siehe auch Schlußstein in der 1. Seitenkapelle

    • Christus Pantokrator

      Schlußstein in der Sakristei
      könnte laut der Beschreibung von Stadtpfarrer Bossert aus der Annakapelle (Urbanskapelle) stammen, passt aber stilistisch nicht
      Die 7 Sterne beziehen sich auf diese Textstelle in der Offenbarung: Offb 1,16 ... und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.

    • Simson, der den Löwen zerreißt

      Arkadenkonsole (über der Tür zur oberen Sakristei – originaler Platz), 15. Jh. - Vergoldung: 19. Jh

    • Die Wächter am Grab

      Schlusssteinfragment Mittelschiffgewölbe 3. Joch, 15. Jh. (heute in der Andachtskapelle) - Vergoldung: 19. Jh

Die Kirche in der Stadt

Im Herbst 2015 erhielt ich von der Evangelischen Gesamtkirche Stuttgarts den Auftrag, 29 Kirchen in und um Stuttgart zu fotografieren und dabei besonderes Augenmerk darauf zu richten, wie sich der Kirchenbau in das Ortsbild einfügt, bzw. dieses prägt. In diesem Kontext entsanden auch Bilder von der Stiftskirche, die nachfolgend (Klick ins Bild startet die Diashow) zu sehen sind. Das Gesamtprojekt finden Sie über diesen Link.

Stiftskirche (36 Bilder)

 

Stiftskirche - Diashow starten

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Impressum

Stiftskirche Stuttgart fotografiert am 17.10.2014 & 24.03. & 11.05.2016
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 09.12.2014, erweitert am 29.05.2016
(c) 2016 Foto-Kunst Andreas Keller.

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