Hospitalkirche

Die "neue" Hospitalkirche

Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 5. März 2017 beginnt für die Hospitalkirche, die Hospitalkirchenge- meinde eine neue Ära. Nach längerer Schließzeit, in welcher unter der Leitung des Architekten Arno Lederer die Kirche saniert, renoviert und maßgeblich umgestaltet wurde, präsentiert sich der Kirchenraum in hellem Licht, mit neuer Bestuhlung, neuem Altar und Ambo und vielen anderen Neuerungen.

Aus diesem Anlaß wird auch diese Website komplett überarbeitet und im Laufe des 2. Quartals 2017 veröffent- licht.

Die unten stehenden Texte und Bilder dokumentieren also noch den Status vor dem 5.3.2017.

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Außen

Reformationsdenkmal von 1917

Innen

Auszug aus dem Kunstführer

Im Kircheninnern hat Prof. Lempp den spätgotischen Chorbau mit seinem ehem. Netzgewölbe und seinen prächtigen Schlußsteinen meisterhaft wiederherstellen lassen.

In der Mitte des Altarraumes wurde die Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Hans Seyfer (Syfer. Seyffer. gest. 1509 in Heilbronn) aufgestellt. Dieses Spitzenwerk spätmittelalterlicher Plastik hat eine wechselvolle Geschichte: Im Jahr 1499 ließen der Stuttgarter Ratsherr Jakob Walther, genannt Kühhorn und seine Frau Clara, geborene Mager, von dem damals schon berühmten Meister (des Heilbronner Kilians-Altars und des Speyerer ölbergs) den „Ölberg" oder „Kalvarienberg" in Stein hauen und 1501 im Friedhof vor dem Chor der St. Leonhardskirohe aufstellen. Den Gekreuzigten nebst Maria Magdalena, die das Kreuz unten umfängt, schuf Hans Seyfer selbst, während die beiden Figuren zur Seite — Maria und Johannes — unbekannten Mitarbeitern des Meisters zugeschrieben werden. Das dornengekrönte Haupt des Christus ist nach dem Urteil des kunstverständigen Kirchenpräsidenten Dr. D. von Merz „vielleicht die hoheitsvollste Darstellung des sterbenden Erlösers, welche die Kunst hervorgebracht hat".

Fast 400 Jahre stand der _Kalvarienberg" außen vor dem Chor der Leonhardskirche und war dort der Verwitterung ausgesetzt. 1888 besserte man die beschädigten Teile wieder aus, bestimmte aber zugleich, das Denkmal in einem geschützten Raum aufzustellen. So kam — auf Anraten des Malers Professor Wilhelm Steinhausen — die Kreuzigungsgruppe in die Hospitalkirche: ab 1895 in einen Vorraum, ab 1905 unter den Triumphbogen des Chors, seit 1951 in den Chorraum hinter dem Altar.

Eine in den Jahren 1889—1891 geschaffene naturgetreue Nachbildung des „Kalvarienberges" in härterem Stein — geschaffen von dem Bildhauer Reichelt — stellte man am alten Platz außen vor dem Chor der Leonhardskirche auf. Auch sie mußte inzwischen restauriert werden.

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Hospitalkirche Innen (1)

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Steindenkmale (1)

Auszug aus dem Kunstführer

Von den in der alten Hospitalkirche und in den Kreuzgängen des Hospitalhofs zahlreich vorhandenen Steindenkmalen sind die meisten bei der Zerstörung der Kirche mitzerstört worden. Der Kirche erhalten blieben

— das Grabdenkmal des Obersten Freiherrn Benjamin von Bouwinghausen-Wallmerode (1570—1635) und seiner beiden Frauen (Sockel und Säulenumrahmung mit Familienwappen links vom Altar am alten Platz; leider davon getrennt die knienden Figuren des Freiherrn und seiner Frauen vor dem leidenden Christus in der rechten Vorhalle der Kirche),

— das figurenreiche Epitaph für die Familie des fürstlichen Jägermeisters Niclas von Göllnitz (1542—1615) im Chor über der Sakristeitür,

— der Grabstein für die Gattin des württembergischen Kanzlers Jakob Löffler (1630), links an der Sakristeiwand,

das Epitaph für den Geheimen Regimentsrat Dr. Veit Breitschwert (1565 bis 1631) mit der eindrucksvollen Darstellung der Grablegung Christi (eine Alabasterarbeit), an der oberen Sakristeiwand der linken Empore. Dieses Obergeschoß der Sakristei, die sogenannte „Bibel" (ursprünglich wohl die Bibliothek des Klosters) diente lange Zeit als Gefängnis für „ketzerische oder sonst strafbare Geistliche".

Hospitalkirche Innen (2)

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Altarbild von Rudolf Schäfer

Auszug aus dem Kunstführer

Das dreiflügelige Altarbild von Rudolf Schäfer nebst Predella („Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin der helle Morgenstern. Ich komme bald".), das zum Gedächtnis der im 1. Weltkrieg (1914—1918) gefallenen Glieder der Hospitalgemeinde geschaffen wurde, ist an der Turmseite des Kirchenschiffes angebracht.

Hospitalkirche Innen (3)

Die Orgel

Auszug aus dem Kunstführer

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Website Hospitalkirche

Die alte Hospitalkirche hatte schon 1612 eine von dem Stuttgarter Orgelbauer Karl Schott gebaute Orgel. Bereits 1621 und 1736 waren Instandsetzungen an ihr nötig. Das Instrument hatte 1821 ausgedient; es wurde für etwa 60 Jahre durch die 1668/69 erbaute und nun abgängige Stiftskirchenorgel ersetzt. Die 1883 von der Orgelbaufirma C. G. Weigle (früher Stuttgart, jetzt Echterdingen) erstellte Orgel (36 Register) wurde 1944 zusammen mit der Kirche zerstört. Für die neue Hospitalkirche baute die gleiche Firma 1961 eine neue Orgel mit 33 Registern auf 3 Manualen und Pedal (2520 Pfeifen). Die Planung und Gestaltung oblag dem Orgelpfleger Kirchenmusikdirektor Helmut Bornefeld, Heidenheim.

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Die Orgel wurde 1961 von der Firma Weigle gebaut und hatte damals 33 Register mit hochwertigem Pfeifenmaterial und seltenen Klängen. Weil die Orgel für die neueren Anforderungen in Gottesdiensten und Konzerten zu klein bemessen war, wurde sie von 1984 bis 2005 in fünf Stufen erweitert, renoviert und technisch verbessert. Es wurden insgesamt sieben neue Register sowie eine elektronische Setzeranlage eingebaut. Im November 2004 begann die fünfte und vorläufig letzte Stufe der Orgelrenovierung.
Weitere Informationen auf der Website der Kirchgemeinde

Kreuzgewölbe-Schlusssteine

    • Baumeisterzeichen Alberlin Jörg

    • Hl. Stephanus

    • Anna selbdritt

    • Württ. Wappen

    • Maria und Jesuskind

    • Evangelist Johannes

    • Jacobus d. Ä.

    • Baudaten 20. Jh.

    • Christus Salvator Mundi

    • Hl. Ulrich

    • Hl. Gregor

Die Fenster

Auszug aus dem Kunstführer

Die drei Fenster im Chor der Hospitalkirche wurden durch prächtige Glasgemälde von Prof. Rudolf Yelin und die beiden anschließenden Südfenster von Wolf-Dieter Kohler so gestaltet, daß sie über die eigene Verkündigung hinaus die Formen des ragenden Steinmals des Gekreuzigten und seiner Nebenfiguren betonen. Die Fenster stellen dar:

das Nordostfenster (Grün-Gold-Blau): Geburt und Taufe Christi,
das Mittelfenster (Violett-Blau-Rot): Passion Christi,
die Südost- und Südfenster (Rot-Gold-Weiß): Ostern, Pfingsten, Wiederkehr Christi.

Rudolf Yelin: Chorfenster links - Geburt und Taufe Christi

Chorfenster links - Einzelansichten

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Rudolf Yelin: Chorfenster Mitte - Passion Christi

Chorfenster Mitte - Einzelansichten

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Rudolf Yelin: Chorfenster Rechts - Ostern

Chorfenster rechts - Einzelansichten

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Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Zwei Fenster

Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Linkes Fenster - Himmelfahrt, Pfingsten, Stephanus

Chor Südwand · Linkes Fenster - Einzelansichten

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Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Rechtes Fenster - aus der Offenbarung Johannis

Chor Südwand · Rechtes Fenster - Einzelansichten

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Steindenkmale (2)

Auszug aus dem Kunstführer

Von den in der alten Hospitalkirche und in den Kreuzgängen des Hospitalhofs zahlreich vorhandenen Steindenkmalen sind die meisten bei der Zerstörung der Kirche mitzerstört worden. Der Kirche erhalten blieben

— das Grabdenkmal des Obersten Freiherrn Benjamin von Bouwinghausen-Wallmerode (1570—1635) und seiner beiden Frauen (Sockel und Säulenumrahmung mit Familienwappen links vom Altar am alten Platz; leider davon getrennt die knienden Figuren des Freiherrn und seiner Frauen vor dem leidenden Christus in der rechten Vorhalle der Kirche),

— die Statue „Maria mit dem Jesuskind", früher am Südportal der alten Kirche „Unser Frauen", jetzt in der nördlichen Vorhalle,

Hospitalkirche Innen (4)

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Leonhard Lechner

In der Hospitalkirche fand auch der Komponist und fürstlich württembergische Kapellmeister Leonhard Lechner seine letzte Ruhestätte, woran eine bronzene Gedenktafel am Südeingang zur Kirche erinnert. Lechner ist um 1553 im Etschtal/Südtirol geboren und am 9. 9. 1606 in Stuttgart gestorben.

Konrad Ameln (1899 - 1994) - deutscher Hymnologe und Musikwissenschaftler - hielt am 04.11.1961 anläßlich der Enthüllung dieser Tafel eine Gedenkrede auf Leonhard Lechner. Text hier zum Download.

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Glocken · Turm

Auszug aus dem Kunstführer

Mit Rücksicht auf die hohen Geschäftshäuser der Nachbarschaft mußte der Turm auf 52 m erhöht werden. Anstelle der ehemaligen niedrigen Turmwächter-Stube hat er jetzt eine höhere Glockenstube mit folgenden 6 Bronzeglocken, die — wie schon 100 Jahre zuvor für den Turm der großen Hospitalkirche — von der weltbekannten Glockengießerei Heinrich Kurtz, Stuttgart, gegossen wurden:
1. Gloriosa: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst" (2694 kg) h°;
2. Dominika: „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste" (1194 kg) e1;
3. Betglocke: „Dein Reich komme" (784 kg) fis1;
4. Kreuzglocke: „Christus ist unser Friede" (656 kg) g1;
5. Zeichenglocke: „Lasset euch versöhnen mit Gott" (467 kg) a1;
6. Taufglocke: „Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind" (320 kg) h1.

Die Uhr schlägt alle Viertelstunden die Zeichenglocke, alle Vollstunden die Dominika.

Glocken

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Blick vom Turm (Diashow - 360° Rundsicht)

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Impressum

Hospitalkirche Stuttgart fotografiert zwischen 15.10. und 13.11.2014
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 06.12.2014
(c) 2014 Foto-Kunst Andreas Keller

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