Stgt-Untertürkheim · St. Germanus

Aus dem Forstlagerbuch Andreas Kieser (1685) - Quelle: Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 107/15 Bd 7 Bl. 25 Bild 1 Permalink

Inhalt

Allgemeine Hinweise · Links
1 · Außen
2.1 · Innen - Überblick
2.2 · Innen - Überblick Südwand / Nordwand
2.3 · Die Orgel
3 · Die Tugenden und das Vaterunser
4 · Die 12 Apostel und das Credo
5 · Innenausstattung (Crucifix, Taufstein, Altarkreuz, Der Gute Hirte, Marientod, Untertürkheimer Bergpredigt, antike Tonkrüge)

6 · Die Josefswand von HAP Grieshaber (Sonderseite)

Impressum

Danksagung

Herzlichen Dank möchte ich sagen an Pfarrer Martin Hug sowie an Pfr. i.R. Gustav Zmaila, die mich bei vielen Detailfragen sehr freundlich unterstützten. Ebenso Dank an Bibliotheksdirektor Dr. Peter Reuter, Universitätsbibliothek Giessen für die Hinweise zu den Grieshaber-Druckstöcken in "seinem" Haus.

Geschichte der Kirche

Mitten im alten Ortskern von Untertürkheim steht unsere Stadtkirche.
Bereits 150 bis 300 n.Chr. siedelten hier Römer als Nachfolger der Alemannen und Kelten am "Nicer", (dem wilden Fluß). Ihre Spuren fand man bei den Grabungen zur Kirchenrenovierung von 1968 bis 1970.
Vermutlich stand ursprünglich eine kleine Kapelle an der Stelle der heutigen Stadtkirche. Urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1289.
Jede Restaurierung und Renovierung stellt die Gemeinde vor die Aufgabe, welche Überbleibsel aus welchem Jahrhundert erhalten werden sollen, um die Kirche zu modernisieren und

Da nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, welcher Germanus als Kirchenpatron gemeint ist, hier kein weiterführender Link.

Eigentlich war es einmal die Dorfkirche St. Germanus, aber bereits 1906 nach der Eingemeindung von Untertürkheim nach Stuttgart wurde ein Stadtpfarrer erwähnt.
Am Glockenturm der heutigen Kirche gibt es heute noch eine kleine Pforte mit rauhem Bruchsteinmauerwerk, aber einer zartgliedrigen Sandsteinumrahmung mit zwei Engeln und dem Steinmetzzeichen mit dem Jahr 1493.
An der südlichen Kirchenwand stehen zwei stark verwitterte alte Grabsteine, die letzten Übrigbleibsel des rund um die Kirche angelegten Friedhofes.

Letzte umfassende Sanierung Innen und AUßen (mit Erweiterungen) sowie sorgfältige Restaurierung aller Kunstwerke in den Jahren 2016-18 - Zur Wiedereinwehung am 14.10.2018 erschien eine sehr ansprechend gestaltete Broschüre (8 S., A4 quer).

Schon wegen ihrer Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert und der "Untertürkheimer Bergpredigt" ist die evangelische Stadtkirche St. Germanus einen Besuch wert. Die Josephswand von HAP Grieshaber hat sie zu einer "Wallfahrtskirche" für Kunstinteressierte gemacht. Die alttestamentliche Josephsgeschichte, in 36 Linolplatten geschnitten und auf Japanpapier gedruckt, schmückt die sieben mal neun Meter große Chorwand. Grieshaber bezeichnete sie als "der Welt größter Paravent".

Chronik 1083 - 2018

Im ehemaligen Beinkeller, jetzt Unterkirche, Jugendraum, findet man eine 12seitige Chronik der Kirchengeschichte
· 1083 - 1905 verfasst von Eberhard Hahn

· 1905 - 2018 verfasst von Peter Vetter
pdf zum Download

Links

Gustav Zmaila: Die evangelische Stadtkirche St. Germanus

Die wichtigste Quelle zur Kirche, ihrer wechselvollen Geschichte hat Pfarrer i. R. Gustav Zmaila verfasst:

Die evangelische Stadtkirche St. Germanus Stuttgart-Untertürkheim,
Ein Kirchen- und Kunstführer
herausgegeben von der Evang. Stadt- und Wallmerkirchengemeinde im Eigenverlag; 2003

Zeitreise durch die Kirchengeschichte - Bericht über die Publikation

Vor allem diesem wunderbar gestalteten und höchst informativen Buch sind die Informationen und Bildnachweise entnommen (ohne jeweilige Quellenangabe).

Gespannt wind wir auf die Neuauflage, welche im Frühjahr 2021 erscheinen wird.

Die Kirche ist zwar täglich geöffnet, jedoch leider nur noch der Eingangsbereich. Schiff und Altarraum mit der Josefswand sind normalerweise nicht mehr zugänglich; man setze sich mit dem Pfarramt / der Mesnerin in Verbindung - oder besuche die Kirche sonntags zum Gottesdienst...

Leuchttisch: Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

1 · Außen

Das Hauptportal

Diese Eichentür wurde von der Untertürkheimer Firma Carl Prinzing zur Wiedereinweihung 1970 gefertigt und vom Kemnater Künstler U. Henn geschnitzt.
Unten links: Ein Lahmer mit Krücke - rechts: Ein Blinder öffnet seine Augen
Mitte links: Taufe Jesu - rechts: Jesus wäscht den Jüngern die Füße
Oben links: Der Engel verkündet den Hirten die Geburt Christi - rechts: Drr Auferstandene Christus segnet die Jünger

2.1 · Innen - Überblick

2.01 - 06: Blick vom Eingang zum Altar / zur "Grieshaber-Wand"
2.07 - 09: Blick zum Chor
2.11 - 16: Blick vom Eingang - geöffnete Grieshaber-Wand
2.21 - 23: Blick aus dem Gemeindesaal zur Orgel

Diashow: Klick das Bild startet die Diashow (18 Bilder)

 

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Bild im Gemeindesaal

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Dieses "Bild mit 6 Tonkrügen" wurden von der Pfarrfrau Erika Esslinger um 1970 aus Tonscherben geschaffen, die bei Ausgrabungen im Zuge der Fundamentsanierung gefunden wurden.

Pfarrertafel im Gemeindesaal

2.2 · Innen - Überblick Südwand / Nordwand

2.31 - 34: Südwand
2.41 - 45: Nordwand

 

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2.3 · Die Orgel

1972 wurde die jetzige Orgel von der Firma Vleugels in Hardheim (Odenwald) erbaut. Die Kirchengemeinde Stuttgart-Hohenheim konnte ihren Vertrag mit der Orgelbaufirma Vleugels nicht einhalten, die Stadtkirchengemeinde griff zu und bekam so eine Orgel mit fast 3000 Pfeifen, 3 Manualen und einem Pedal; 1993 kam eine Setzeranlage dazu. Wenn der Kirchenhistoriker Christoph Kolb recht recheriert hat, dann steht die jetzige Stadtkirchenorgel an einem Ort, an dem die älteste, bezeugte schwäbische Dorfkirchenorgel stand.
Disposition: KMD Walther Lutz und KMD Prof. Herbert Liedecke, Stuttgart · Intonation: Roland Schuh, Bretzingen im Odenwald
43 Register mit 2.819 klingenden Pfeifen

Hauptwerk II:

Schwellwerk III:

Rückpositiv I:

Pedal:

1. Pommer 16'

2. Prinzipal 8'

3. Gemshorn 8'

4. Oktave 4'

5. Nachthorn 4'

6. Scharfquinte 2 2/3'

7. Superoktave 2'

8. Kornett 5-fach

9. Mixtur 4-fach 1 1/3'

10. Trompete 8'

11. Flöte 8'

12. Salizional 8'

13. Prinzipal 4'

14. Rohrflöte 4'

15. Quinte 2 2/3

16. Doublette 2'

17. Waldflöte 2'

18. Terz 1 3/5'

19. Quinte 1 1/3'

20. Sifflöte 1'

21. Scharff 4fach 1'

22. Dulcian 16'

23. Oboe 8'

24. Schalmei 4'

25. Gedeckt 8'

26. Quintade 8'

27. Offenflöte 4'

28. Sesquialter 2 2/3 + 1 3/5'

29. Singend Prinzipal 2'

30. Larigot 1 1/3'

31. Sifflöte V

32. Krummhom 8'

33. Prinzipalbass 16'

34. Subbass 16'

35. Oktavbass 8’

36. Spitzflöte 8’

37. Dulzflöte 4'

38. Bauernpfeife 2'

39. Choralbass 4'

40. Hintersatz 4-fach 2 2/3'

41. Fagott 16'

42. Trompete 8'

43. Klarine 4’

mechanische Spieltraktur · Schleifladen · elektrische Registertraktur · Tremulant in I und III · Schweller III
Manualkoppeln I/II, III/II, III/I · Pedalkoppeln l/P, II/P, III/P · Setzeranlage · Zungenabsteller

3 · Die Tugenden und das Vaterunser

Den sieben Tagen in der Woche entsprechen die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe sowie die vier alten Kardinaltugenden (wörtlich Türangeln bzw. Haupttugenden) Tapferkeit, Mäßigkeit, Gerechtigkeit und Klugheit. Die Kombination von Tugenden mit den Bitten des Vaterunser ist in Württemberg sehr selten. Der Untertürkheimer Pfarrer Ludwig Hetzer (1650 - 1670 Pfarrer an St. Germanus) hat diese Beziehung gedanklich mit theologischem Sachverstand hergestellt und von dem unbekannten Maler mit den Initialen A.E. (ein Stiefsohn Hetzers ?) in Kunst fassen lassen.

[Alle Erläuterungen ungekürzt aus Smaila entnommen]

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    • 3.01 Nordwand - Beginn, Tugenden 1 - 3

    • 3.02 - Nordwand/Turm West - Tugenden 4 - 6

    • 3.03 Turm Süd - Tugend 7 & Abschluß

Anmerkung

Bei den sieben Bitten werden zuerst die lateinischen Namen der Tugenden notiert, dann die deutschen, darauf die Attribute, der Vaterunsertext lateinisch und deutsch, dann die Stifternamen.

Bei allen Bildern: Klick ins Bild vergrößert

3.04 - 05: Eingangsbild

Gottvater über den Wolken als Kaiser dargestellt mit Krönungsmantel, unter dem die Hände segnend ausgebreitet sind. Auf einem Bügel trägt er Weltkugel und Kreuz.
Er wird von fünf alten knienden Männern angerufen: PATER NOSTER QUI ES IN COELIS = Vater unser, der du bist in den Himmeln
BERHARD HUOPPENBAUER DES RHATS.

3.06 + 07: Fides

FIDES Glaube - Kreuz und Kelch (= Heilszeichen), blaues Gewand, Blick geradeaus
SANCTIFICETUR NOMEN TUUM = Dein Name werde geheiligt
GEORGIUS GÖTZ DES RHATS

3.08 + 09: Spes

SPES Hoffnung - Anker (sichert den Platz eines Schiffes im Hafen, hält es aber auch auf hoher See bei Stürmen fest, vgl. Hebr. 6,12ff), grünes Gewand, sprießende Pflanzen zu Füßen (das Grün des Frühlings inspiriert und weckt Hoffnung), Blick nach oben
ADVENIAT REGNUM TUUM = Dein Reich komme
MATTHAEUS SONTAG, DES RHATS.

3.10 + 11: Charitas

CHARITAS Liebe - als Frau und Mutter mit zwei Kindern dargestellt, eins auf dem Arm, eins ein Sträußchen bringend - rotes Gewand, Blick nach unten auf die Kinder
FIAT VOLUNTAS TUA QUEMADMODUM IN COELO SIC ETIAM IN TERRA = Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden
JOHAN LUD ...

3.12 + 13: Temperantia

TEMPERANTIA Maßhalten / Mäßigung / Mäßigkeit / Besonnenheit - Person mit (ergänztem) Kelch und Krüglein (Wasser mit Wein mischend), rötliches Gewand, eine Art Binde um den Oberkörper: Sie geht offenen Auges und besonnen durch die Welt
PANEM NOSTRUM QUOTIDIANUM DA NOBIS HODIE = Unser täglich Brot gib uns heute
CUNRADUS SCHEIING

3.14 + 15: Iustitia

IUSTITIA Gerechtigkeit - Richtschwert und Waage, Binde vor den Augen = Neutralität - Fuß auf Pandekten (Gesetzesbüchern: Hauptteil des Corpus Iuris Civilis/amtliche Sammlung römischen Rechts)
ET DIMITTE NOBIS DEBITA NOSTRA, SICUT ET NOS DIMITTIMUS DEBITORIB. NOSTRIS = Und erlasse uns unsere Schulden, wie auch wir (sie) erlassen unsern Schuldnern
RIA. FASELIN...ATO (vielleicht Cyprian oder Zacharias, eher wohl Andreas Faselin, der seit 1660 „collaborator" = Mitarbeiter des Schulmeisters in Untertürkheim war).

3.16 + 17: Prudentia

PRUDENTIA Klugheit - Spiegel der Selbsterkenntnis (ein Blick in den Spiegel verrät...!) - die am meisten ergänzte Figur
ET NE NOS INDUDUCAS IN TENTATIONEM = Und führe uns nicht in Versuchung
BERNHARD STEINLINS VIDUA (= Witwe) MAGDALENA.

3.18 + 19: Fortitudo

FORTITUDO Tapferkeit / Unerschrockenheit / Energie - Frau in Ritterrüstung (Helm, Brustharnisch, Stiefel), auf der Schulter eine zerbrochene Säule (vgl. Simson, Ri. I6,29ff)
SED LIBERA NOS A MALO = Sondern erlöse uns von dem Bösen
BARTHOLOMÄUS WARTH.

3.20 + 21: Schlussbild

SCHLUSSBILD Sehr zerstört - ein Welt- oder Wolkenkreis, eine Hand mit Zepter. Da das Eingangsbild Gottvater zum Inhalt hatte, ist zu vermuten, dass hier Jesus, der Christus, als Pantokrator dargestellt war
QUIA TUUM EST REGNUM ET POTENTIA ET GLORIA IN SECULA SECULORUM. AMEN = Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
IOH. DAVID KRIEGER, PASTORIS LOCI PRIVIGNUS (= Stiefsohn des Ortspfarrers - Ludwig Hetzer).

Am Kreis unten in der Mitte dieses Wandbildes die Initialen des Künstlers A. E., wie bereits erwähnt.

Theologe und Maler haben sich damit sehr gut ergänzt und machen diese „barocke" Kirche zum Schauplatz des Himmels auf der Erde, sichtbar und erlebbar, mit dem Aufruf zur Verwirklichung.

4 · Die 12 Apostel und das Credo

Die obere Reihe der Wandbilder aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts umfasst 13 Malereien: Die zwölf Apostel und den Traum Jakobs von der Himmelsleiter bei Bethel (siehe 1. Mose 28, 10ff).

Die Reihe beginnt an der Südwand (6 Bilder) über dem Crucifix mit Petrus / Andreas / Jakobus d. Ä und geht nach dem Fenster weiter (Johannes / Thomas / Jakobus d. J.) zur neuen Orgelempore. Die Orgel verdeckt ein Bild (Philippus) leider nahezu vollständig. Auf der gegenüberliegenden Nordwand der Empore zunächst das Traumbild mit der Himmelsleiter, daneben Bartholomäus, dann weiter auf der Nordwand zwischen den Fenstern Matthäus / Simon / Judas Thaddaeus, rechts des Fensters Matthias. Abschluß im Altarraum bilden die beiden Evangelisten (nicht Apostel) Markus und Lukas - ohne Zuordnung zum Glaubensbekenntnis.

Lt. Gerhard Zmaila befinden sich in insgesamt 14 altwürttembergisch-evangelischen Kirchen diese Zusammenstellung von Aposteln und Glauensbekenntnis. Mir selbst ist eine in der Stadtkirche Bad Wimpfen bekannt. Mehr zu den 12 Aposteln und auch Hinweis auf eine Kapelle in Graubünden (Brigels) mit der Kombination Glaubensbekenntnis finden Sie über diesen Link.

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    • 4.01 Südwand

    • 4.02 Nordwand

    • 4.03: Petrus - Andreas - Jakobus d. Ä.

    • 4.04: Johannes - Thomas - Jakobus d. J.

    • 4.05: Jakobs Traum - Bartholomäus - Matthäus - Simon

    • 4.06: Matthäus - Simon - Judas Thaddaeus

    • 4.07: Judas Thaddaeus - Matthias

    • 4.08: Evangelisten Markus & Lukas - Bauinschrift

Bild-Nr.

Apostel

Attribute

Credo

4.11

Petrus

Buch, 2 Prunkschlüssel, am rechtsabweisenden zwei kleine Schlüssel

CREDO IN UNUM DEUM PATREM OMNIPOTENTENTEM CREATOREM COELI ET TERRAE
Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer von Himmel und Erde

4.12

Andreas

Schrägbalkenkreuz

ET IN JESUM CHRISTUM FILIUM EIUS UNICUM DOMINUM NOSTRUM
Und an Jesus Christus seinen einzigen Sohn, unsern Herrn

4.13

Jakobus d. Ä.

Buch/Hut mit Pilgermuschel, Mantel, Stab, umgehängter Kurbisflasche

QUI CONCEPTUS EST DE SPIRITU SANCTUS NATUS EX MARIA VIRGINE
Der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria

4.14

Johannes

Buch/AdlerPriestergewand, kruzschlagende Rechte, in der Linken ein Giftbecher (in der Form eines Abendmahlkelchs) mit Schlänglein

PASSUS SB PONTIO PILATO CRUCIFEKUS MORTUUS ET SEPULTUS
Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben

4.15

Thomas

geöffnetes Buch mit Zitat aus Joh. 20, 28: Mein Herr und mein Gott ... / Lanze

DESCENDIT AD INFEROS TERTIA DIE RESURREXIT A MORTUIS
Hinabgestiegen zu denen in der Unterwelt, am dritten Tage auferstanden von den Toten

4.16

Jakobus d. J.

Buch / Keule (?)

ASCENDIT AD COELOS SEDET AD DEXTERAM DEI PATRIS OMNIPOTENTIS
Aaufgestiegen zu den Himmeln, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters

4.17

Philippus

Buch / Kreuzstab

[Bild durch Orgel fast vollständig verdeckt. Gezeigt wird ein Foto aus früherer Zeit]

INDE VENTURUS JUDICARE VIVOS ET MORTUOS'Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten

4.18

Jakobs Traum von der Himmelsleiter

[Details siehe unten]

 

4.19

Bartholomäus

Messer

CREDO IN SPIRITUM SANCTUM
Ich glaube an den Heiligen Geist

4.20

Matthäus

Buch / Engel mit Tintenfass und Feder / Winkelmaß

SANCTAM ECCLESIAM CATHOLICAM SANCTORUM COMMUNIONEM
Die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen

4.21

Simon

Säge

REMISSIONEM PECCATORUM
Vergebung der Sünden

4.22

Judas Thaddaeus

Buch / Winkelmaß fürs Schnurgerüst

CARNIS RESURREDTIONEM
Auferstehung des Fleisches

4.23

Matthias

Buch / Metzgerbeil

ET VITAM AETERNAM. AMEN
Und das ewige Leben. Amen

4.24

Taube als Symbol des Hl. Geistes / Pfingsten

CATIO AD SPIRIT. SANCT.
Mk 1, 10: Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam

4.25

Evangelist Markus

Löwe

4.26

Evangelist Lukas

Stier

4.11 - 26 · Diashow (Gesamtdarstellungen)

 

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4.27 Bauinschrift

Bauinschrift an der Südinnenseite des Turms (wobei die lesbaren Buchstaben als Groß-, die vermuteten, ausgelassenen als Kleinbuchstaben geschrieben sind).

PIE LECTOR, COntemplator LECTOR, ISTA QUAS CORAM Certas PICTURAS SOLIUS DEI GLORIAE AMPLIFICADAET.. E cINERIBus RUDERiBusque IsertaBAT ORNANDI ... NULLA ... ALIUD OSTE ... S ... ST MEMORIA RE ... US...
Frommer Leser, betrachtender Leser, siehe, vor (dir), welch glaubwürdige Bilder zur Steigerung der Ehre des wirklich einzigen Gottes ... aus Schutt und Asche ... eingefügt hat zum Schmuck...

4.11 - 26 · Diashow (Details)

 

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4.31 Jakobs Traum von der Himmesleiter

1. Mose, Kapitel 28:

10 Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran 11 und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war unter-gegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.

12 Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder; 13 und der HERR stand obendarauf und sprach: Ich bin der HERR, Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. 14 Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. 15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir geredet habe.

16 Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiß ist der HERR an diesem Ort, und ich wußte es nicht; 17 und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.

18 Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goß Öl obendarauf 19 und hieß die Stätte Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.

20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen 21 und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein; 22 und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.

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Gustav Zmaila – eine theologische Interpretation

Amen, ich versichere euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und erleben, wie die Engel Gottes zum Menschensohn herab- und von ihm zum Himmel hinaufsteigen. Dieses Wort Jesu ist als Bildwort zu werten. Inhaltlich ist es einzigartig: Es stellt bewusst eine Beziehung zwischen dem Menschensohn Jesus und Jakobs Traumgesicht her. Der Menschensohn ist der Ort der vollen Offenbarung Gottes. In Jesus verdichtet sich das von Jakob in einer Traumvision Geschaute, wird volle Realität. Nun ist die Kommunikation zwischen Erde und Himmel nicht mehr gestört.

Warum befindet sich der Einschub von Jakobs Traum gerade an dieser Stelle - zwischen Philippus und Bartholomäus? Das Johannesevangelium erwähnt einen Natanael aus Kana als Jesusjünger. Philippus traf Natanael und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden … , den die Propheten angekündigt haben … (Joh. 1,45). Darauf ruft Jesus Natanael zur Nachfolge auf. Weil der Name Natanael in den synoptischen Apostelverzeichnissen fehlt, hat man ihn mit verschiedenen aufgeführten Aposteln, am häufigsten mit Bartholomäus, zu identifizieren versucht. Und siehe da, als nächsten in der Apostelreihe in der Stadtkirche finden wir…

Jakob ist der Dritte der Patriarchen des Alten Testaments, Sohn Isaaks und Rebekkas, Zwillingsbruder des Esau. Sein Name wird als Fersenhalter gedeutet, da er Esau bei der Geburt festgehalten haben soll, um dessen Erstgeburt zu verhindern. Später wird der herangewachsene Jakob dieses Erstgeburtsrecht seinem Bruder Esau für ein Linsengericht abkaufen. Damit gewinnt Jakob, der Häusliche, von seiner Mutter Rebekka begünstigt, vor Esau, dem auch vom Aussehen rauen schweifenden Jäger, den Erstgeburtssegen seines blinden, sich sterbend fühlenden Vaters Isaak. Jakob flieht vor dem Zorn des betrogenen Esau zu Laban in Haran, dem Bruder seiner Mutter. Unterwegs hat er ein Traumgesicht: Eine Leiter ragt von der Erde zum Himmel und Engel steigen daran auf und nieder. Gott, der Herr, steht ganz oben und segnet den Betrüger Jakob. Erwachend weiht er dann den Stein, auf dem sein Kopf ruhte, zum Altar und gibt ihm den Namen BETHEL (Haus Gottes).

Warum dieser Einschub von Jakobs Traum in der Apostelreihe durch den Künstler mit den Initialen A.E.? Es ist anzunehmen, dass er eine gute Bibelkenntnis hatte. In Joh. 1,51 ist zu lesen:

5 · Innenausstattung

5.01 - 07: Crucifix (gotisch)
5.11 - 18: Taufstein (17. Jh. / Bronze-Aufsatz 1976 von Ulrich Henn)
5.21 - 28: Altarkreuz (Ulrich Henn 1980)
5.31 + 32: Jesus als der Gute Hirte (ehemals auf dem Kanzeldeckel)
5.41 - 44: Fresko Marientod (15. Jh., erst seit Kurzem in St. Germanus zu sehen)
5.51 - 54: Untertürkheimer Bergpredigt (Carl Schmauck 1932)
5.61 + 62: Antike Krüge

Leuchttisch: Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

5.01 - 07: gotischer Crucifix

5.11 - 18: Taufstein (17. Jh) mit Bronzeaufsatz von Ulrich Henn (1976)

5.21 - 28: Altarkreuz von Ulrich Henn (1980)

5.31 + 32: Jesus als der Gute Hirte (ehemals auf dem Kanzeldeckel)

5.41 - 44: Fresko Marientod | 5.51 - 54 Die Untertürkheimer Bergpredigt

Fresko Marientod kam im Zuge der Renovierung 68-70 in die Kirche. War bisher im "Zählraum" (gleiche Stelle in der Kirche, wie jetzt. Durch die andere Gestaltung des Eingangsbereiches jetzt sichtbar. Der Restaurator damals hatte zur gleichen Zeit eine Kirche im Raum Winnenden Backnang in Bearbeitung. Dort wurde damals das Fresko freigelegt, sollte aber (gut evangelisch) entfernt werden.(oder wieder verdeckt werden). Daraufhin hat der Restaurator es "ausgebaut" und ihm neues Heimrecht in Untertürkheim verschafft. Die Kirche St. Germanus war auch Maria geweiht. (Martin Hug)

5.62: antike Tonkrüge (Ausgrabungsfunde)

6 · Die Josefswand von HAP Grieshaber

ausführliche Darstellung mit Textquellen auf einer Sonderseite

Impressum

Stuttgart-Untertürkheim · Stadtkirche St. Germanus erstmals fotografiert 2013 und - nach erfolgter Renovierung - erneut im September 2020 - 225 Bilder
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 02.11.2020 SDG
(c) 2020 Foto-Kunst Andreas Keller

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