St-Pierre-de-Clages · Romanische Kirche

Inhalt

Allgemeine Hinweise, Links
Außen · Tympanon über dem Hauptportal
Grundriss & Längsschnitt
Innen 1 Übersicht
Innen 2 · Säulenpaare / Diagonalsichten
Innen 3 · Nordwand - Südwand - Eingang West
Innen 4 · Linke Seitenapside
Innen 5 · Chor Apsis Altar
Innen 6 · Petrus
Innen 7 · Ikone - Rechte Seitenapside
Innen 8 · Schiff
Innen 9 · Fenster
Impressum

Klick ins Bild vergrößert

Das Dorf Saint-Pierre-de-Clages ist ein Ortsteil der politischen Gemeinde Chamoson des Bezirks Conthey im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz. Es ist auch das einzige Schweizer Bücherdorf (Village Suisse du Livre).
Saint-Pierre-de-Clages liegt auf einem natürlichen und in Richtung Süden geneigten gewaltigen Schuttkegel im Rhônetal. Diese Ablagerungen aus Kalk- und Mergelgesteinen entstanden durch Verwitterung und Weitertransport der La Losentse, die in ihrem Verlauf Gerölle aus der Morcles-Decke, konkret dem Südabhang des Grand Muveran und der Westflanke vom Haut-de-Cry hier ablagerte. Etwa ein Kilometer oberhalb befindet sich der Ort Chamoson. Beide Siedlungen bilden das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet im Wallis. Im Ort leben etwa 630 Einwohner, deren Erwerbsgrundlage hauptsächlich Weinbau und Tourismuswirtschaft ist.
Quelle: Wikipedia

Die erste urkundliche Erwähnung dieser Ansiedlung bezieht sich auf das Priorat und die mit ihm verbundene Kirche (ecclesias de Clagiis) und stammt aus dem Jahr 1153. Sie ist in einer Urkunde von Eugen III. niedergelegt, die Saint-Pierre-de-Clages als eine Priorstelle der Benediktinerabtei Saint-Martin d’Ainay von Lyon in der Parochie Sedunum (heute Sion) bezeichnet. Der Bau dieser romanischen Basilika ist bereits im 11. Jahrhundert begonnen worden.
Der Bischof von Sitten (heute Sion) übernimmt 1580 das Priorat in seinen Besitz. In der Wirkungszeit von Baron von Stockalper wurde das Prioratsgebäude zum Salzdepot umgenutzt. Gleichzeitig etabliert sich im Ort eine Pferdewechsel- und Raststation. Im 18. Jahrhundert war das Dorf zu einer wichtigen Raststation auf der Handels- und Reiseroute zwischen Mailand und Lyon aufgestiegen.
Der romanische Kirchenbau besteht aus dem Hallenbau mit im Inneren zwei tragenden Säulenreihen und einem achteckigen Turmbau. Der Turm folgt durch seine oktogonale Form dem Typus von Cluny für kirchliche Bauten und ist dadurch auf Schweizer Gebiet einmalig. An der Ostseite schließt der Chor mit einer halbrunden Apsis ab, die von zwei kleineren Apsiden begleitet wird.
Der Turm besteht im unteren Teil aus Ziegeln und im weiteren Aufbau aus dem für die Region typischen beigefarbenen Tuffgestein. Das Kirchenschiff ist aus Bruchsteinen der geschichteten Kalksteine, Mergel und Kieselschiefer der Umgebung errichtet, wie sie am Nordhang des Tales entlang der Linie Saillon, Chamoson und Leytron charakteristisch auftreten. Besondere Architekturteile, wie das Portal und die Fenstergewände der Außenfassade sind wieder aus dem gelbbeigen Tuff aus der Region ausgeführt. Über dem Hauptportal befindet sich eine inzwischen kaum noch erkennbare Malerei im Tympanon. Weitere Freskomalereien sind als freigelegte Fragmente im Innenraum der Kirche sichtbar.
Quelle: Wikipedia

Die Kirche von Saint-Pierre-de-Clages soll laut einer Legende an dem Ort errichtet worden sein, an dem der Heilige Florentin, zweiter Bischof von Octodurum, und sein Diakon Hilarius im Jahr 407 als Märtyrer starben, ermordet von ketzerischen Vandalen des Barbarenvolks, das in Europa einfiel und das Wallis durch blutrünstige Gefechte in eine Wüste verwandelte. Laut Historikern handelt es sich allerdings um eine Legende, beziehungsweise, wie nun eindeutig feststeht, um eine historische Verwechslung (s. Jean Gremaud, Katalog der Bischöfe von Sitten).
Diese Kirche ist eines der interessantesten Beispiele für die im südlichen Teil der Schweiz vorkommende karolingische Kunst. Die aus Naturstein gebaute Kirche besticht durch ihren streng romanischen Stil. Obwohl sie erstmals im Jahr 1153 in der päpstlichen Bulle von Papst Eugen III Erwähnung fand, war sie damals bereits schon über hundert Jahre alt. François Olivier Dubuis, Abt und Kantonsarchäologe, konnte bei den Ausgrabungen der letzten Restaurierungsarbeiten (1963-1967) bestätigen, dass das gesamte Gebäude aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammt. Einzig die zwei Etagen des achteckigen Turms, die aus Back- und Tuffstein sind, wurden etwas später gebaut.
Quelle: Website der Gemeinde Chamoson

Geschichtliches in Kürze

11. Jh. Bau der Kirche

12. Jh. Bau des Laternenturms

1153 Erste Erwähnung der Kirche und des Priorats in einer Urkunde Eugen III., den Besitz Ainays betreffend. Sie stellen das erste benediktinische Bauwerk im Bistum Sitten dar; bis etwa 1380 stammten alle Prioren aus der Gegend von Lyon.

1580 Das Priorat St-Pierre-de-Clages gelangt in den Besitz des Bischofs von Sitten, der dessen Verwaltung Weltpriestern übergibt.

1609-1691 Baron von Stockalper richtet im Priorat ein Salzdepot und ein Relais für den Pferdewechsel ein. Berühmte Gäste machen dort Halt.

1661-1945 Gottesdienst und Seelsorge werden von den Rektoren der Stiftung Notre-Dame du Mont Carmel versehen. Ein Kirchenfenster in der Nähe der Gedenktafel erinnert daran. «Hic Jacet R.V.J.C. Balleys»

1793-1796 Ein Dutzend Trappisten, von der französischen Revolution vertrieben, lassen sich im Priorat von St-Pierre-de-Clages nieder, bevor sie sich am sogenannten «Ort der Trappisten» in Sembrancher ansiedeln.

1894-1896 Geführt vom Rektor Casimir Robadey (+1925), eröffnet das «Kleine Werk vom Heiligsten Herzen Jesu» eine Schule zur Ausbildung priesterlicher und religiöser Berufe.

1945 Die Kirche wird zur Pfarrkirche erhoben.

Bislang keine Informationen auf www.kirchbau.de

Die Pfarrei von Chamoson und St-Pierre-de-Clages hat ein kleines, farbiges Faltblatt herausgegeben, auf dem die wichtigsten Informationen zur Kirche zu finden sind. Hieraus wird nachfolgend zitiert.

Mit Nachdruck sei auch auf die Broschüre "L'église romane de Saint-Pierre-de-Clages" verwiesen, die Patrick Elsig verfasst hat . Im Jahr 2000 erschienen in der Schriftenreihe der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgesichte (GSK / SHAS / SSAS). Serie 69, No. 684/685.
ISBN 3-85782-684-3

Außen

    • Dem Vierungsturm sind eine Apsis und zwei kleinere Apsiden vorgelagert, z.T. mit lombardischen Arkadenfriesen.

    • Über dem Westportal Antoine Claraz' (1968) ist das bemalte Tympanon von einem Blendbogen mit den alternierenden Wappen von Frankreich und Savoyen umrahmt - eine Erinnerung an Bonne de Bourbon (1384-1402), Witwe von Amédée VI., dem Grünen Grafen. Das Fresko hat unter dem Wegfall des Vordaches gelitten.

    • Achteckiger romanischer Vierungsturm: 8 ist die Zahl der Auferstehung. Die oktogonale Form in der Nachfolge von Cluny ist in der Schweiz einmalig.
      Das untere Geschoss besteht aus Backstein; das obere, aus Tuff, weist gekuppelte Schallöffnungen und kleine, doppelte Trennsäulen auf.
      Auf den Kapitellen der Trennsäulen sind Blattwerk, Masken und einfache Figuren zu sehen.

    • Die ursprünglich blinde Nordfassade wurde 1967 mit einem Kirchenfenster von Albert Chavaz versehen. Erstaunlicherweise weist dieselbe Fassade eine vermauerte Tur byzantinischen Charakters auf.

    • Die Westfassade, mit wohlgefügtem Quaderwerk, lässt - wie der ganze Bau - eine gewisse Asymmetrie erkennen. Zwei bis zum Dach aufsteigende Lisenen gliedern sie in drei Teile.

Tympanon über dem Westportal

Klick ins Bild vergrößert

1 Engel
2 Jungfrau Maria mit Jesuskind
3 Engel
4 Christus als Weltenrichter (?)
5 + 6 Engel
7 Hl. Petrus
8 Blendbogen mit den alternierenden Wappen von Frankreich und Savoyen umrahmt - eine Erinnerung an Bonne de Bourbon (1384-1402), Witwe von Amédée VI., dem Grünen Grafen. Das Fresko hat unter dem Wegfall des Vordaches gelitten.

Außen

    • Das untere Geschoss besteht aus Backstein; das obere, aus Tuff, weist gekuppelte Schallöffnungen und kleine, doppelte Trennsäulen auf.

    • Auf den Kapitellen der Trennsäulen sind Blattwerk, Masken und einfache Figuren zu sehen.

Grundriss

Längsschnitt

Klick ins Bild vergrößert

Klick in ein Bild formatiert auf Bildschirmgröße

Innen 1 · Übersicht

    • Blick aus der Vierung nach Westen - südl. Säulenreihe

    • Blick aus der Vierung nach Westen - nördl. Säulenreihe

Man erreicht das im Halbdunkel ruhende Kirchenschiff über sieben halbrund vorspringende Stufen. Die Pfeiler, vier eckige, zwei runde und vier kreuzförmige, sind massiv gebaut.

Am nördlichen Rundpfeiler Kämpferplatte mit weiss-roter Zickzackbemalung. Ferner auf dem südlichen kreuzförmigen Pfeiler.

Innen 2 · Säulenpaare / Diagonalsichten (nach Nord-Ost | Süd-Ost)

    • 1 Nord

    • 2 Nord

    • 3 Nord

    • Kapitell 3 Nord

    • 4 Nord

    • 1 Süd

    • 2 Süd

    • 3 Süd

    • Kapitell 3 Süd

    • 4 Süd

Innen 3 · Nordwand - Südwand - Eingang West

    • Nordwand Säulen 1 - 3

    • Nordwand Säulen 3 + 4

    • Südwand Säulen 1 + 2

    • Südwand Säulen 3 + 4

    • Blick nach Westen · Portal mit Pietà (Mosaik). 7 Treppenstufen führen in das Kirchenschiff hinab.

    • Pietà (Mosaik) über der Eingangstüre

    • Nordwand Säulen 2 + 3

    • Nordwand Säule 4

    • Südwand Säulen 2 + 3

    • Südwand Säule 4

Innen 4 · Linke Seitenapside · Crucifix an Vierungspfeiler

    • Glasfenster (Hl. Martin) siehe unten

Innen 5 · Chor Apsis Altar

    • Im Chor ist der romanische Altar verschwunden. Massive Tuffplatten verdecken jenen des Spätmittelalters. Den Tabernakel schuf der Genfer Goldschmied Marcel Feuillat (1942).
      Chorfenster (Hll. Paulus, Petrus, Andreas) siehe unten

Innen 6 · Petrus

Innen 7 · Ikone an Vierungspfeiler · Rechte Seitenapside

Innen 8 · Im Schiff

    • Südwand: Statue Hl. Josef mit Jesuskind, unten Fresken mit Hakenkreuzmotiven

    • Nordwand: Statue des Hl. Petrus

    • Nordwand: Gedenktafel Restaurierung der Kirche 1963/66

    • Vierung Kuppel mit Ecktrompen

    • Das Kreuzgratgewölbe über barocken Stuckkonsolen stammt aus dem 17. Jahrhundert; es hat eine Holzdecke ersetzt.

Innen 9 · Fenster

    • Seitenschiff Nordwand · Mariae Verkündigung

    • 1948 schuf Edmond Bille die Kirchenfenster des Chores und jene der Südfassade, an die das ehemalige Priorat angebaut ist.

    • Linke Seitenapside · Hl. Martin

    • Chor Apsis links · Hl. Paulus

    • Chor Apsis Mitte · Hl. Petrus

    • Chor Apsis rechts · Hl. Andreas

    • Rechte Seitenapside · Maria (Notre Dame) vom Berg Carmel

    • Südwand · Hl. Thedul (Theodor)

    • Südwand · Hl. Sebastian

    • Südwand · Hl. Benedikt von Nursia

    • Südwand · Hl. Robert von Molesme (von Citeaux)

    • Fenster zur Renovierung · über dem Eingang

Impressum

St-Pierre-de-Clages - Romanische Kirche fotografiert am 27.08.2014, 08.09.2015, 12.09.2015
© 2015 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 01.11.2015

.

.

.

.

.