Vella · Sogn Roc e Sogn Bistgaun

Villa · Kapelle St. Rochus und St. Sebastian

Inhalt

Allgemeine Hinweise · Links
1 · Außen
2.1 · Grundriss
2.2 · Innen Überblick / Chor
3 · Altar
4.1 · Maria Immaculata Conceptio
4.2 · Kreuzigungsgruppe
5.1 · Fresken im Schiff
5.2 · Apostelkreuze im Schiff
5.3 · Orgel
Impressum

Die Kapelle am Dorfplatz wurde in der Zeit einer Pestepidemie durch den Landrichter Gallus von Mont gestiftet und 1592 geweiht.

Der Bündner Künstler Alois Carigiet gestaltete 1940 anlässlich der Renovation und Vergrösserung die neue Fassade mit den beiden Heiligen Christophorus und Mauritius, dem Patron des Lugnez. Die strassenseitige Aussenwand zeigt von der Hand des Wandermalers Hans Ardüser ein stark restauriertes Fresko mit der Strahlenkranz-madonna sowie den beiden Heiligen.

Auch das Innere der Kapelle steht im Zeichen von Ardüser (1557-1617). Beachtenswert ist vor allem der kleine Flügelaltar mit den Mitgliedern der Familie de Mont, deren Schloss sich neben der Kapelle befindet. Ein Auftrag des Stifters für den protestantischen Maler. Im Mittelbild sind neben Maria wiederum die Heiligen Roc und Bistgaun abgebildet.

Auf der Predella erscheint ein häufiges Motiv, das von zwei Engeln gehaltene Schweisstuch der Veronika. Das Giebelbild mit der Kreuzigung hingegen stammt vermutlich von Hans Jakob Greutter* aus Brixen im Südtirol.

*Hans Jakob Greutter: Siehe auch Cumbel/Val Gronda, Vella/Pleif, Lumbrein/Uors und Vals

Text : Walter Müller (wmueller@hispeed.com)

Quelle: Website Surselva Tourismus - Über diese Website kann man auch Führungen zur Kirche (mira!cultura) buchen

Detaillierte Informationen in

HANS BATZ, Die Kirchen und Kapellen des Kantons Graubünden:
Band 3, Seite 127 - 129

sowie

ERWIN POESCHEL, Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden:
Band IV · Birkhäuser Verlag Basel 1942

Scan zum Download (pdf) der entsprechenden Seiten 262 - 266

mit freundlicher Genehmigung des heutigen Rechteinhabers
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern

hieraus wird nachfolgend vielfach (ohne gesonderte Quellenangabe) zitiert, wobei Poeschel die Kapelle in einem Zustand beschreibt, der dem Ist-Zustand nicht mehr entspricht. Auch die Darstellung bei Hans Batz ist in einigen Details nicht mehr aktuell.
Siehe dazu unten ab Ziffer 2

1991 ist im Kunstverlag Peda ein Kirchenführer erschienen

Im Internet

wird die Kirche ausführlich bei Wikipedia dargestellt. Auszüge nachfolgend im Text.

guter Text auch auf der Website Surselva Tourismus(siehe links)

sowie auf Graubünden Kultur

und Sakralbauten im Val Lumnezia

auf Vischnaunca da Pleiv werden die Kirchen & Kapellen von Vella vorgestellt

1 · Außen

1.01 - 1.04: Blick von Nord-Ost, Nord-West, Süden
1.05 - 1.09: Fassade mit den Fresken von Alois Carigiet (Hll. Christophorus & Mauritius)
1.10 - 1.14: Fresko an der Süd-Ostseite (Straßenseite): Strahlenkranzmadonna zwischen Hll. Rochus und Sebastian (Hans Ardüser)
1.23 - 126: Marienbrunnen vor der Kirche

Leuchttisch (26 Bilder): Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

2.1 · Grundriss

Das Kirchengebäude ist ein nach Südwesten gerichteter Bau mit eingezogenem Chor und Satteldach. Die Malereien an der Frontseite sind aus dem Jahr 1940 und stammen von Alois Carigiet, die 1940 durch Giacomo Zanolari ergänzten und restaurierten Bilder an der Längsseite stammen von Hans Ardüser. Die offene Glockenstube des Turmes ist gezimmert und trägt einen achteckigen Spitzhelm. 1987 wurde die alte Turmuhr wiederentdeckt und restauriert.

Der Chor ist mit einem unechten Rippengewölbe aus Stuck überdeckt. Die Holzdecke wurde 1991 unter Berücksichtigung der spätgotischen Decke neu erstellt. Der Flügelaltar wurde 1601 im Auftrag des Landes-hauptmanns Gallus de Mont von Hans Ardüser gemalt, der ursprüng-lich das ganze Kirchenschiff ausgemalt hatte. Reste einer Verkündi-gungsszene finden sich an der Chorbogenwand. Der Altar der Kirche in Vella ist der einzige existierende Altar von Ardüser.

Ursprünglich hatte die Kirche zwei kleine Glocken aus dem Jahr 1587. Die grössere hängt jetzt in der Kapelle St. Carlo Borromeo oberhalb Morissen, die kleinere hat einen Sprung und hängt im alten Pfarrhaus in Pleif. Die drei jetzigen Glocken stammen aus den Jahren 1643 und 1641.

Quelle: Wikipedia

Der Grundriss in Poeschel (IV, 264) zeigt noch einen Sakristeivorbau vor den Chor (nach SW), Batz hat dies übernommen ohne Sakristei.(III, 127). In beiden steht der Turm bündig mit der Eingangsfront. Da aber das Schiff lt. Batz im Jahr 1939 um 3,25m nach NO verlängert wurde, ist dies nicht mehr richtig. Außerdem wurde die Empore versetzt, ein Fenster unter der Empore (SO) und eine Türe aus dem Chor nach NW eingefügt.

2.2 · Innen Überblick / Chor

2.14 -2.16: Kruzifix (17. Jh)
2.17: Wandgemälde ital. 15. Jh. mit dem Hl. Antonius der Große (abgelöstes Fragment aus einem Nachbarhaus)
2.18 - 2.22: Netzgewölbe
2.31 - 2.33: Prozessionsfahne, beidseitig bemalt, am Choreingang links angebracht: Muttergottes im Strahlenkranz (darunter der Stifter H. H. von Mont-Löwenberg mit Wappen und Jahreszahl 1723) / Hll. Rochus und Sebastian

Klick in das Bild startet Diashow (21 Bilder)

 

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3 · Altar

Bemalter Flügelaltar von 1601 von Hans Ardüser (restauriert 1930). Auf dem Mittelbild die Muttergottes zwischen St. Sebastian und Rochus, darunter friesartig aufgereiht die kniende Stifterfamilie; in ihrer Mitte die Allianzwappen De Mont und Cabalzar; rechts aussen Planta-Wappen. Über den Köpfen von neun Personen stehen rote Kreuzchen, zum Zeichen, dass sie bereits verstorben waren.
Auf den Innenseiten der Flügel links: St. Georg als Drachentöter, rechts: St. Ursula und Katharina. Auf dem aufgeschlagenen Buch der Heiligen: „Jesus Maria anno domini 1601. 4. Juni in Lugniz".
Auf den Aussenseiten links: St. Magdalena, rechts: St. Martin mit der Inschrift: „Her Lantzhopman Galluß von Mondt Her zuo Löveberg Landtrichter im obre Pundt hat diese tafel lasse mole nach der Geburt users Heren Jesu Christi 1601 Jahr. Hanß Ardüser hat vollendet zu mole an unserß Here Fronleichnamstag 1601".
Auf der Predella Schweisstuch, auf der Rückseite des Schreines Gethsemane.
Das Giebelbild (auf Leinwand) stellt die Kreuzigung dar und stammt vermutlich von Hans Jakob Greutter. Restauriert 1930.

Bildnummern der Diashow:
3.11 - 3.13: Antependium Agnus Dei (Alois Carigiet 1940)
3.14 - 3.15: Tischkreuz
3.21 - 3.24: Predella (Schweisstuch)
3.42 - 3.45: Stifterfamilie (Fuß des Altar-Mittelbildes)
3.48 - 3.50: Links: Hl. Georg Drachentöter - Mitte: Muttergottes zwischen Hl., Sebastian und Hl. Rochus. Rechts: Hll. Ursula und Katharina
3.51 - 3.55: Details Mittelbild
3.61 - 3.62: Im Giebel: Kreuzigung
3.71 -3.73: Rückseite - linker Flügel: Hl. Magdalena - Mitte: Getshsemane - rechts: Hl Martin (Inschrift siehe oben)

 

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4.1 · Maria Immaculata Conceptio

Poeschel schreibt:
"Vier Temperagemälde auf Leinwand, H. 181 cm, Br. 86 cm, restauriert.
Bleiche, etwas kreidige Töne in dünnem Auftrag, gute Zeichnung, im Ausdruck schematisch. Flächig dekorativer Stil des ersten Drittels des 17. Jahrhunderts.
1. Maria im Zustand der Immaculata Conceptio inmitten ihrer auf das Hohe Lied zurückgehenden Symbole (mit Beischriften); oben Gottvater. Ikonographisch bemerkenswert als Beispiel des im 16. Jahrhundert entwickelten Typus des Immakulata-Bildes.
2. Himmelfahrt Mariae.
3. Kreuzigungsgruppe mit den Evangelistensymbolen und Gottvater mit der Taube.
4. Der Leidenschristus in Halbfigur, umrahmt von den Marterwerk-zeugen.
Das künstlerisch beste der vier Stücke ist die Himmelfahrt Mariae "

Von diesen 4 Bildern - so auch noch bei Batz abgebildet - sind heute nur noch 1 + 3 in der Kirche zu sehen.

Bildnummern der Diashow, beginnt unten links, dann im Uhrzeigersinn - mit Bildunterschriften (siehe hierzu auch Mariensymbole in Wikipedia):
4.11: Civitas Dei
4.12: Fons Amoris / Oliva spetiosa
4.13: Lilium inter spinas / Turrus Davidica / Speculum sine macula
4.14: (Gottvater) - Stella Maris - tota pulchra - es amica mea et macula - non est ite - stella matutia | electat ut sol - pulchra ut luna
4.16: Porta coeli - platatio rosarum - cedrus (exaltata)
4.17: virga jesse - (cedrus) axaltata - puteus aquarum viventium - hortus conclusus

 

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4.2 · Kreuzigungsgruppe

(rechte Chorwand)

Bildnummern der Diashow:

4.31 - 4.33: Kreuzigungsgruppe
4.34 + 4.35: Gottvater mit Heilig-Geist-Taube
4.36 - 4.39: Symbole der 4 Evangelisten, unten links beginnend, dann im Uhrzeigersinn:
Markus (Löwe) - Johannes (Adler) - Engel (Matthäus) - Lukas (Stier)

 

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5.1 · Fresken im Schiff an der Südwand, Chorbogen. Nordwand

5.2 · Apostelkreuze im Schiff von Alois Carigiet (1940)

 

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5.3 · Orgel von Arno Caluori (Says) 1992. 6 Register

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Impressum

Kapelle St. Rochus und St. Sebastian in Vella fotografiert am 10. 15.07.2020
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 04.02.2021 (114 Bilder) SDG
Herzlichen Dank an Simon Derungs, Walter Müller und Iso Tuor für ihre Unterstützung bei der Erstellung dieser Seite
(c) 2021 Foto-Kunst Andreas Keller.

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