Falera · St. Remigius

Inhalt

Allgemeine Hinweise, Links
Außen ·
Grundriss & Längsschnitt
Innen 1 Überblick
Innen 2a · Hochaltar / Predella
Innen 2b · Hochaltar / Linker & Rechter Seitenflügel
Innen 2c · Hochaltar / Schrein Mittelteil
Innen 2d · Hochaltar / Schrein oben, geschlossen
Innen 2e · Hochaltar / Rückwand "Das jüngste Gericht"
Innen 3 · Chor
Innen 3a · Chor / Gewölbe - Vier Evangelisten, Christushaupt
Innen 3b · Chor / Apostelbilder
Innen 3c · Chor / Stirn-, Nord- & Süd-Seite
Innen 4a · Chorschulterwand / Georgslegenden
Innen 4b · Chorschulterwand / Schutzmantelmadonna - Johannes der Täufer
Innen 4c · Chorbogen-Crucifixus
Innen 5 · Drachenkampf (Nordwand)
Innen 6 · Fresken im Schiff "Biblia pauperum"
Innen 7 · Kanzel & Deckenbild
Impressum

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Die alte Kirche St. Remigius (Baselgia veglia) ist das Wahrzeichen des Dorfes Falera im Kanton Graubünden in der Schweiz. Sie ist dem heiligen Remigius geweiht und im Wappen Faleras enthalten. Ihre Funktion als Pfarrkirche wurde 1904 von der neu gebauten Herz-Jesu-Kirche übernommen.
Die Kirche liegt abseits des Dorfes am Fusse eines bewaldeten Hügels, der Mutta, in der Nähe einer bedeutenden Kult- und Astronomiestätte aus vorrömischer Zeit. Der Bau ist von einer schiffsförmigen Friedhofsmauer umgeben. Kirche und Mauer sind somit ein Symbol für die Arche Noahs und sollen die Menschen daran erinnern, nach einem sicheren Ufer Ausschau zu halten.
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Quelle: Wikipedia

Detaillierte Informationen in

HANS BATZ, Die Kirchen und Kapellen des Kantons Graubünden:
Band 2, Seite 164 - 166

sowie

ERWIN POESCHEL, Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden:
Band IV · Birkhäuser Verlag Basel 1942

Scan zum Download (pdf) der entsprechenden Seiten 32 - 41

mit freundlicher Genehmigung des heutigen Rechteinhabers
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern

Im Kunstverlag Peda (Passau) ist im Jahr 1999 ein kleiner, informativer und sehr schön bebilderter Kirchenführer erschienen:
Falera · St. Remigius (deutsch, romontsch, english, italiano, francais)
Text von Ignaz Cathomen / plevon Giusep Venzin
ISBN: 3-927296-35-X

Im Internet

Eine prächtige Allee aus Linden- und Ahornbäumen führt vom Dorf her zur Remigiuskirche hinauf. Wunderbar in die Umgebung eingepasst ist dieses altehrwürdige Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert auf einer prachtvollen Aussichtsterrasse erbaut. Diese Kirche wird von Fachleuten zu den schönsten und interessantesten historischen Bauten im Vorderrheintal gezählt. Als Wahrzeichen von Falera ziert sie auch das Gemeindewappen und ist von weit her im Tal sichtbar.
Website der Kath. Kirchengemeinde Falera

Urkundlich wird ein Gotteshaus zum ersten Mal im Jahre 1045 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs III. genannt. Der heutige Bau wurde am 7. Dezember 1491 konsekriert. Der spätromanische Turm stammt aber noch aus dem 13. Jh.
In den warmen Sommermonaten feiern wir abwechslungsweise auch hier unseren Sonntagsgottesdienst. Die Kirche ist aber auch sehr beliebt für Hochzeiten.
Website der Römisch Kath. Kirchengemeinden Laax // Falera

Außen

Die ersten drei Fotos wurden von der Schweizerischen Luftwaffe "geschossen". Für die Überlassung danke ich sehr herzlich, zeigen sie doch in wunderbarerer Weise die Lage und Abgeschiedenheit von Sogn Gieri. Gefunden im Internet und dann von der zuständigen Dienststelle bereitwillig zur Verfügung gestellt.

Da die Kirche schwierig zu fotografieren ist, habe ich ausnahmsweise zwei Bilder aus dem Bereich "Commons" bei Wikipedia übernommen. Nachweis unter der Diashow.

 

Fotos Außen · Diashow starten

Bilder 1 - 3: 09.07.2010 (c) Schweizer Luftwaffe | Bilder 10 + 12: 01.04.2007 (c) Adrian Michael

Grundriss & Längsschnitt

Querschnitt · Turmfenster · Grabplatte

aus Poeschel Band IV
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Innen 1: Überblick

    • Blick vom Eingang zum Chor und den drei Altären

    • Die drei Altäre

    • Abendmahl-Bild auf der linken Seite

    • Das jüngste Gericht - rechte Seite

    • Rosenkranzaltar (links)

    • Chorbogen mit Verkündigung · Crucifix · Hochaltar im Chor

    • Maria-Hilf-Altar (rechts)

    • Blick nach Westen zur Orgelempore

    • Blick nach Westen zur Orgelempore

Innen 2: Rosenkranzaltar (links)

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Innen 2a: Rosenkranzgeheimnisse

I Freudenreiche Geheimnisse

I.1 Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast
I.2 Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast
I.3 Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast
I.4 Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast
I.5 Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

II Schmerzhafte Geheimnisse

II.1 Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat

II.2 Jesus, der für uns gegeißelt worden ist

II.3 Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist
II.4 Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat
II.5 Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

III Glorreiche Geheimnisse

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III.1 Jesus, der von den Toten auferstanden ist
III.2 Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist
III.3 Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat
III.4 Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat
III.5 Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

15 Medaillon Rosenkranzgeheimnisse

 

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Innen 3: Hochaltar

Der barocke Hochaltar ist ein reichverzierter und vergoldeter Holzaufbau. Er wird seitlich von je zwei gewundenen Säulen gerahmt und schliesst oben mit einem durchbrochenen Frontispiz ab, das von zwei Posaunenengeln flankiert wird. Wie eine mit Bleistift auf der Rückwand des Altars angebrachte Notiz zeigt, stammt der Altar von Jodok Ritz und ist in die Zeit um 1730 zu setzen. Auffallend ist das reichgeschnitzte Rokoko-Antependium, das wie die Antependien der Seitenaltäre laut einer Notiz im Pfarrbuch aus dem Jahre 1763 stammt. Die Reliquienschreine beidseits des Hochaltares sind aus der gleichen Werkstatt wie der Hochaltar. Die zwei Büsten stellen Märtyrer dar.

Das Altarbild zeigt den hl. Remigius, wie er als Bischof von Reims den zum Christentum bekehrten Frankenkönig Chlodwig tauft. Der kniende König hat Krone und Zepter vor sich niedergelegt. Hinter ihm steht in bescheidener Haltung die Königin Chlotilde, darüber halten zwei Engel die Attribute des hl. Bischofs Remigius, Mitra und Pallium. Eine Taube - so die Legende - bringt das Gefäss mit dem heiligen Öl für die Taufe herbei, die am Weihnachtstag des Jahres 496 stattfand.

Laut einer Notiz von Pfarrer Hemmi im »Liber parochiae« (Pfarrbuch, heute im Pfarrarchiv) stand die Predella des gotischen Hochaltars noch 1900 in Falera im Beinhaus. Diese Kostbarkeit wurde, um Geld für den Neubau der Dorfkirche zu beschaffen, dem Priesterseminar in Chur verkauft.
(Quelle: Kirchenführer Cathomen / Venzin)

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Innen 4: Maria-Hilf-Altar (rechts)

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Innen 5a: Crucifix

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Innen 5b Diashow: Chorbogen · Marienverkündigung (v.r.n.l.)

Schriftband oberhalb des Engels (rechts): SPIRITUS SANCTUS SUPER VENIET IN TE (Der heilige Geist wird über dich kommen · Lk 1, 35)
Schriftband oberhalb der Maria (links): ECCE ANCILLA DOMINI (Siehe, ich bin die Magd des Herrn · Lk 1, 38)

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Innen 6: Fresken im Chor

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Innen 6a: Golgatha

    • Stifterbild

      Miserere mei quoniam infirmus (Erbarme dich meiner, denn ich bin schwach)

    • GETHSEMANI COLLES ET AMICA SILENTIA NOCTIS · ECCIPIVNT GEMINA VOTA PRECESQUE DEI. NE MALA DEIICIANT ANIMVM VENIENTIA TRISTEM · MONTIS OLIVIFERI PER IVGA SVMMA PETE.
      (Die Höhen Gethsemanes und das liebliche Schweigen der Nacht vernehmen das innige Flehen und Beten aus Gottes Mund. Damit nicht Leiden, die über dich kommen, deine Seele in Trauer niederbeugen, richte den Blick empor, über den hohen Kamm des Ölberges hinaus zum Vater).

    • Die schlafenden Jünger, der betende Christus

    • Judas mit den Kriegsknechten

    • Engel im First

Innen 6b: Wandtabernakel

In der Nordseite ein Wandtabernakel mit Gittertürchen und skulpierter Bekrönung: Maßwerke mit dem Wappen des Oberen Bundes und dem Monogramm Maria in Vierpässen.
Zu seiten des Wandtabernakels unter gotisierenden Baldachinen St. Remigius und St. Augustinus mit Titeln. Darüber links der Leidenschristus, sein Blut aus der Seitenwunde einem Kelch auffangend, rechts Moses mit erhobener Rechten. Auf einem Spruchband fragmentarische Inschrift: „Hic est panis qui de caelo descendit, non sicut manducaverunt… Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben: wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. (Joh. 6, 58). Das Ganze ist eine auf das Wandtabernakel hinweisende Symbolisierung der Eucharistie, Christus für den Wein (Blut im Kelch), Moses für das Brot (Manna).
Das Bild im gemalten Rahmen stellt den Hl. Jodokus als Pilger dar mit einer Krone zu seinen Füßen.

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Innen 6c: Kreuzigung

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Innen 7: Chor Gewölbe · Musizierende Engel

Übersicht: Jeweils um 90° gedrehte Ansicht (Klick in Bild formatiert auf Bildschirmgröße)
darunter Diashow mit den einzelnen Feldern: 4 Saitenspieler, 3 mit Blasinstrumenten, 1 mit dem Choralbuch
Unbekannter Künstler - Monogramm AHP, 1623

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Innen 8: Chor Ausstattung

Zwei Chorstühle mit hoher Lehne · Türen zur alten und neuen Sakristei · Chorgestühl links und rechts (Klick in Bild formatiert auf Bildschirmgröße)
darunter Diashow mit Blumenschmuckmotive Chorgestühl

Blumenschmuckmotive Chorgestühl

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Innen 9: Abendmahlsbild

An der Nordseite des Schiffes kam ein über die ganze Wand sich hinziehendes monumentales Abendmahlsbild zutage. Die überlebensgrossen Figuren sind zwischen gemalte Säulen eingeordnet. Dargestellt ist nicht — wie sonst meist — die Verratsankündigung, sondern die Einsetzung des Abendmahls: Christus segnet einen Kelch mit der Hostie. Das Verratsmotiv ist nur dadurch angedeutet, dass Judas allein, gleichsam ausgestossen, an der vorderen Tischseite sitzt und keinen Nimbus trägt. Ungewöhnlicherweise zeigt der Nimbus Christi die Form eines übereck gestellten Quadrates. Der Tisch ist reich besetzt mit Geräten und Speisen aller Art. Simon hält einen Krebs in der Hand, der (als Fastenspeise) ein Hinweis auf die Fastenzeit sein dürfte. Die Namen stehen in Majuskeln zu Häupten der Figuren. Zeit: Anfang des 17. Jahrhunderts. (Poeschel)

Bei der letzten Restaurierung (1976-82) fand man unter dem Bild den Namen des Künstlers und das Entstehungsjahr des Werkes: »Georg Wilhelm Gresner, Maler von Chur, 1646«.
Den anderen Judas hingegen, den Judas Thaddäus, hat der Künstler vergessen. Merkwürdigerweise hat er an seiner Stelle den Matthias dargestellt, der erst nach seiner Wahl an Pfingsten zu den Zwölf gezählt wurde.
Der Schöpfer dieses grossartigen Abendmahlsbildes, Georg Wilhelm Gresner, wurde von den Kunstverständigen als mittelmässig begabt eingestuft. In der Remigiuskirche von Falera muss er seine »Sternstunde« erlebt haben, denn er wuchs hier weit über sich hinaus und schuf ein allseits anerkanntes Meisterwerk. (Quelle: Kirchenführer Cathomen / Venzin).

Das nachfolgende Panoramabild ist aus mehreren Fotos digital zusammengesetzt. So ist hier auch der Apostel Andreas sichtbar, der ansonsten - wie Matthias und Jakobus d. J. - durch die später eingebaute Orgelempore kpl. verdeckt wird.

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Die Apostel

Judas Thaddäus (nicht gemalt)
1 Matthias (nicht sichtbar)
2 Jakobus d. J. (nicht sichtbar)
3 Andreas
4 Thomas

5 Philippus
Christus
6 Johannes
7 Petrus
8 Simon

9 Jakobus d. Ä.
10 Bartholomäus
11 Matthäus
12 Judas Ischariot

Innen 9a: 4 Detailansichten

    • 4 Thomas · 5 Philippus · Christus · 6 Johannes

    • Christus · 6 Johannes · 7 Petrus · 8 Simon · 12 Judas Ischariot vor dem Tisch

    • 7 Petrus · 8 Simon · 9 Jakobus d. Ä. · 10 Bartholomäus

    • 8 Simon · 9 Jakobus d. Ä. · 10 Bartholomäus · 11 Matthäus

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Innen 9b: Apostel EInzelbilder

Innen 9c Diashow: Der gedeckte Abendmahlstisch

 

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Innen 10: Das jüngste Gericht

An der Südwand eine kunstlose Schilderei des Jüngsten Gerichts mit Sprüchen in romanischer Sprache. (Poeschel)

Das Bild an der Südwand ist bedeutend später entstanden, vielleicht um 1800. Es stellt das Jüngste Gericht dar: Christus als Richter, mit drei Pfeilen in der Hand, spricht zu den Gerechten: »Vegni benedi del miu Bab« (= »Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters«), und zu den Verdammten: »Vus schmaledi el fiug perpeten« (= »Ihr Verfluchte, in das ewige Feuer«). Die Gerechten dürfen in den Himmel einziehen, die Verdammten werden von grünen Teufeln in den Rachen des feuerspeienden Drachens gejagt.
Quelle: Kirchenführer Cathomen / Venzin).

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Bildunterschrift

Weh, welches Unheil und welch grosses Leid bringt die Todsünde über die Menschen:
im Feuer leben, durchstehen vielfachen Tod in ewigen Qualen,
in solcher Pein niemals sterben, immer sterben, ohne Ende.

Diashow Das jüngste Gericht · Detailbilder

 

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Innen 11: Orgelempore

Die Orgel mit neugotischem Gehäuse wurde 1895/96 von der Firma Klingler/Rorschach gebaut (Revision durch Orgelbau AG Felsberg 1998). Die Brüstung der Empore ist mit Malereien aus dem Jahr 1778 geschmückt (Hl. Caecilia an der Orgel, musizierende Engel). Quelle: Kirchenführer Cathomen / Venzin).

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Brüstungsbilder

 

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Innen 11: Schrank mit Taufstein · Johannes der Täufer

Innen 12: Diversa

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Impressum

Kirche St. Remigius Falera fotografiert am 22.10.2007, 12./14.06./28.06.2016
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 31.01.2017 SDG
(c) 2017 Foto-Kunst Andreas Keller.

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